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Projekt AMME – Bundeseinheitlicher Medikationsplan per Web Service & App

Bundeseinheitlicher Medikationsplan App

Seit dem 01.04. soll der Bundeseinheitliche Medikationsplan (BMP) für eine bessere Übersicht und mehr Sicherheit in der Arzneimitteltherapie aller Patienten sorgen, die mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig einnehmen. Die Erfassung und Pflege der Daten aber stellt Hausärzte vor neue Herausforderungen – denn oft liegen diese nur in unstrukturierter Form vor – z.B. in Arztbriefen, Entlassbriefen oder Pflegedokumentation.

Um Arzneimitteltherapiesicherheit zu gewährleisten und die Patientensicherheit nicht zu gefährden muss der BMP lückenlos geführt werden. Bisher ist dies weitgehend ein Prozess ohne IT-Unterstützung: die Informationen werden vorwiegend vom Praxispersonal per Hand eingegeben. Neben dem enormen Zeitaufwand birgt dieses Vorgehen natürlich auch ein hohes Risiko von Übertragungsfehlern und Informationslücken.

Gemeinsam mit Forschern der Universität Leipzig arbeitet Mogic als einer von mehreren Partnern aus der Wirtschaft im Rahmen des Verbundprojektes «AMME – Semantische Integration von Medikationsplänen unterschiedlicher Struktur» an einer Lösung für dieses Problem, die es bald auch als App für iOS und Android geben soll.

Abteilungsdirektor Dr. Kyrill Meyer vom Institut für Angewandte Informatik (InfAI) e.V. erklärt, wie das funktioniert, nämlich „indem unstrukturierte Medikationsinformationen maschinell erkannt, bearbeitet und zum Medikationsplan hinzugefügt werden.“ Die Daten können so per handelsüblichem Dokumenten-Scanner oder App erfasst und interpretiert werden. Damit werden sowohl personelle Aufwände verringert als auch Fehler bei der Übertragung vermieden.

Fachärzte, Kliniken und auch Apotheken haben neben dem Hausarzt die Möglichkeit den Medikationsplan zu aktualisieren, wobei ein 2D-Barcode zur Übermittlung der Medikationsinformationen ohne zentrale Speicherung dient. Die erfassten Daten können als bundeseinheitlicher Medikationsplan (BMP) ausgedruckt, im Praxisverwaltungssystem gespeichert bzw. per App weiterverarbeitet werden.

Die Anwendung steht aktuell als erster Prototyp bereit und wurde als Web Service auf Basis des FHIR-Standard (Fast Healthcare Interoperability Resources) konzipiert, welcher dem Datenaustausch zwischen Softwaresystemen im Gesundheitswesen dient. Die Überführung des Medikationsplanes in Clinical Document Architecture (CDA), FHIR Basis-Profil und Ultrakurzformat ist ebenso Bestandteil des Projektes. Damit ist AMME jetzt schon fit für die elektronische Gesundheitskarte (eGK).

Neben dem InfAI und Mogic haben Mitarbeiter der Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin der Universität Leipzig, das Zentrum für Arzneimittelsicherheit der Universität Leipzig und weitere Partner aus der Wirtschaft (tecont und vital.services) den Prototypen mit entwickelt. Das Projekt ist Mitte 2015 gestartet und wird bis 30. November 2017 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert.

Aktuell beginnt die Evaluationsphase des Scan-Services im Projekt. Interessierte Hausarztpraxen sind eingeladen, den Service zu testen und den Projektfortschritt zu beobachten. Weitere Informationen finden sich unter: www.medikationsplan-services.de

ZIM - Zentrales Innovationsprogramm MittelstandGefürdert durch Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Foto: Pixabay, DarkoStojanovic