Wie Sie 2022 das richtige Open Source CMS finden

Mittelständische Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, die richtigen Inhalten schnell und effektiv für ihre Zielgruppe zu veröffentlichen, um ihre Marketingziele und Digitalisierungsstrategie voranzubringen. Mit steigender Unternehmensgröße und wachsender Zahl an Webseiten, wird es jedoch zunehmend schwieriger, diese Herausforderung zu bewältigen. Es gibt immer mehr Seiten, die erstellt und aktualisiert werden, immer mehr Erweiterungen und zusätzliche Software-Tools, die ausgewählt werden müssen.

Open Source CMS Vergleich
Foto: Panchenko Vladimir (Shutterstock)

Früher oder später stellt sich für Sie die Frage nach dem richtigen Content Management System. Dabei handelt es sich um ein Tool, das Ihnen hilft sämtliche Kommunikations- und Marketingaktivitäten wie die Erstellung von Seiten, News, Blogbeiträgen und Landing Pages bis hin zur Neugestaltung Ihrer gesamten Website zu steuern. Die CMS-Plattformen ermöglichen Ihnen die Verwaltung Ihrer Inhalte und bieten Ihnen mit ästhetisch ansprechende Design-und Layout-Vorlagen eine Grundlage, auf der Sie Ihre ganze Website gestalten können.

Bei vielen Hundert verschiedenen CMS auf dem Markt sieht man leicht den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Ein CMS, das allen Ansprüchen gleichzeitig gerecht wird und als Allzweckwaffe dient, gibt es schlichtweg nicht. Die Systeme unterscheiden sich in Bezug auf Funktionsumfang, Kostenpunkt, Design, zusätzliche Erweiterungen etc. erheblich. Vorab sollten Sie sich überlegen, mit welchem CMS Sie Ihre Inhalte aufbereiten möchten und welche Strategie für Sie geeignet ist.

Welche kurzfristigen und langfristigen Ziele hat Ihr Unternehmen? Was erwarten die Kunden von Ihrer Webseite? Wie häufig wünschen Sie sich eine Aktualisierung der zielgerichteten Inhalte Ihrer Website? Ist ein lizenzkostenfreies Open-Source-CMS oder ist ein proprietäres CMS-System eines der großen kommerziellen Hersteller besser geeignet? Damit Sie sich für das richtige Content-Management-System entscheiden, sollten Sie folgende Punkte bei Ihrer Entscheidung berücksichtigen.

7 Faktoren, die Sie bei der Wahl Ihres CMS beachten sollten

1. Wie sicher ist mein CMS?

Die Sicherheit Ihrer Inhalte und Ihrer wertvollen Daten sollte für Sie an erster Stelle stehen. Besonders häufig verwendete Content-Management-Systeme bergen die Gefahr, dass sie aufgrund ihrer immensen Marktanteile ein beliebtes Ziel für Hacker darstellen.

Bei einem professionellen Open-Source CMS haben Sie den Vorteil, dass eine große Entwickler-Community dahINTer steht, die Sicherheitslücken schließt und oft ein eigenes Security-Team hat, welches unter anderem eingereichte Erweiterungen prüft. Falls zusätzlich kleinere Marktanteile erreicht werden, wird ein Angriff für Hacker zunehmend unattraktiv.

2. Welche Vorteile bringt mir das CMS in Bezug auf meine Ladegeschwindigkeit?

Die Page Speed Ihrer Website ist ein wichtiger Rankingfaktor von Google und für Nutzer und deren User Experience entscheidend. Hier sei jedoch wieder erwähnt, dass es pauschal kein CMS gibt, das für jede Ansprüche bestens geeignet ist. Jedem System liegt immer ein Server zugrunde, der unterschiedliche Anforderungen an die Leistungen des CMS stellt. Auch Auswahl und Umfang von CMS-Erweiterungen können die Ladegeschwindigkeit erheblich beeinflussen. Ebenso die Einbindung externer Dienste. Zudem wird die Frontend-Ausgabe meist individuell von den Entwicklern Ihrer CMS-Agentur erstellt. Wählen Sie hier also einen erfahrenen INTegrator, der diesen Aspekt bei der Entwicklung berücksichtigt.

3. Was darf mein CMS kosten?

Die Realisierung Ihrer Webseite umfasst Beratung, Konzeption, Webdesign, Webentwicklung, Suchmaschinenoptimierung sowie Zusatzleistungen wie Fotografie und Illustration. Auch für den Betrieb eines CMS wie Hosting, Updates und Support fallen Kosten an. Bezüglich der Umsetzungsgeschwindigkeit Ihres Projektes und der laufenden Ausgaben durch einen Launch oder Relaunch, sollten sie alle möglichen Kosten gegeneinander abwägen, um die richtige Wahl zu treffen.

4. Wie flexibel ist mein CMS?

Die Anforderungen an die Flexibilität einer Website steigen immer weiter. Ein Redakteur muss sie mit unterschiedlichen Inhaltsbausteinen bestücken und gut strukturieren können, damit er schnell auf Veränderungen reagieren kann. Es gibt Content-Management-Systeme, die durch eine starre Struktur bereits vorgeben, wie der Content eingepflegt werden sollte. Daneben gibt es CMS, die es den Entwicklern selbst überlassen, wie das System aufgebaut und der Content aufbereitet wird.

5. Open-Source CMS oder proprietär

Bei einem Open-Source-Content-Management-System haben Sie den Vorteil, dass dieses nicht im Besitz eines Unternehmens ist und die Lizenzkosten entfallen. So bietet es einen großen Vorteil gegenüber kommerziellen Systemen. Die Beständigkeit eines freien CMS setzt jedoch eine Community von Entwicklern voraus, die sich um das Fortbestehen und die Zukunftstauglichkeit des Systems bemüht und das CMS verbreiten und vorantreiben. Bei einem proprietären Content-Management-System wird die Nutzung und Weiterverbreitung durch Lizenzgebühren, Softwarepatente und das Urheberrecht stark eingeschränkt. Im Gegenzug erhalten Sie einen Hersteller, der Support und Haftung übernimmt.

6. Erfüllt mein CMS INTernationale Anforderungen?

Wenn Ihr Unternehmen INTernational ausgerichtet ist, sollte Ihr CMS mehrere Punkte berücksichtigen. Viele CMS beherrschen von Grund auf mehrere Sprachen oder können diese mit Erweiterungen erlernen. Wenn Sie jedoch mehrere Sprachen und Länderseiten kombinieren und mehrere Domains und Sprachen zentral über ein System gesteuert werden sollen, empfiehlt sich ein CMS mit Multidomain-Handling.

7. Welche Benutzerrechte bietet mein CMS?

Wenn Sie sich für ein CMS entscheiden, ist es sinnvoll, einen Blick auf die Benutzerverwaltung zu werfen. Während manche Content- Management-Systeme wie z.B. WordPress fest vorgegebene Rechte und Rollen mitbringen, welche sich nur durch Plug-ins erweitern lassen, ermöglicht z.B. TYPO3 eine feinere Regelung der Benutzerrechte. Das kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn viele unterschiedliche Benutzer mit dem CMS arbeiten. Eine strukturierte Unterteilung der Benutzerrechte fördert die Übersichtlichkeit der Aufgabenbereiche und die Benutzerfreundlichkeit. Zusätzlich beugt es Missverständnisse zwischen einzelnen Redakteuren vor.

6 Open Source Content-Management-Systeme im Vergleich

Damit Sie einen groben Überblick über die zahlreichen Content-Management-Systeme bekommen, möchten wir Ihnen die Vor-und Nachteile der bekanntesten Open Source CMS kurz vorstellen.

WordPress

Ursprünglich wurde es als Blogsystem konzipiert. Mittlerweile besticht es jedoch durch zahlreiche Zusatzerweiterungen, mit denen es sich zu einem funktionsfähigen Content-Management-System aufrüsten lässt. WordPress ist weltweit das meistgenutzte Open-Source-CMS und beinhaltet eine riesige Auswahl an Themes, Plug-ins und Widgets. Dafür ist das System komplex, oft unübersichtlich und schwerfällig geworden. Aufgrund der großen Marktanteile bietet es zudem eine Angriffsfläche für Hacker und es muss häufig mit Sicherheitsupdates auf den neuesten Stand gebracht werden. Vor allem bei umfangreichen Projekten sind Software-Updates mit einem erheblichen Administrationsaufwand verbunden. Mit ansprechendem Layout und einer Vielzahl an Erweiterungen eignet sich WordPress jedoch sehr gut für kleine und einfach strukturierte Websites.

TYPO3

Hierbei handelt es sich um ein Enterprise-CMS, das von einem versierten Entwicklerteam kontinuierlich weitergetrieben und auf dem neuesten Stand gehalten wird. Es werden keine Lizenzkosten fällig. Aufgrund regelmäßiger Security Updates steht TYPO3 traditionell für höchste Sicherheit und überzeugt mit einem Funktionsumfang von über 5.000 Erweiterungen als ein extrem leistungsstarkes CMS. Gerade im deutschsprachigen Raum gilt es als Paradelösung für große Unternehmens-Portale und E-Commerce-Plattformen. Ein professioneller Einsatz dieses Content-Management-System erfordert jedoch Fachkenntnisse, um komplexe Seitenstrukturen mit mehrsprachigen Inhalten zufriedenstellend umsetzen zu können.

Der Umgang mit TYPO3 beansprucht für die Webseitenbetreiber meist eine längere Einarbeitungszeit als bei kleineren Content-Management-Systemen und einen vergleichsweise hohen Administrationsaufwand. Das CMS profitiert jedoch von einem guten Ruf und ist für kleine und mittelständische Unternehmen perfekt geeignet, die Hunderte von Unterseiten pflegen und dabei auf ein sicheres und hochprofessionelles CMS vertrauen, das auch ein starkes Fundament für die Suchmaschinenoptimierung ihrer Seite bildet.

Gerade bei größeren Projekten und anspruchsvollen Websites überzeugt TYPO3 durch ein übersichtliches und nutzerfreundliches Design. Wenn mehrere Mitarbeiter:innen auf Ihr Backend zugreifen und Sie eine Vielzahl an Seiten für Ihre Kunden in mehreren Sprachen bereitstellen möchten, ist TYPO3 ein geeignetes CMS für Ihr Anliegen. Für eine maßgeschneiderte Lösung Ihres individuellen Webauftritts und aufgrund der Komplexität des Content-Management-Systems empfiehlt es sich, einen professionellen TYPO3-INTegrator an Bord zu holen, um das Beste aus Ihrem Webauftritt herauszuholen.

Joomla!

Es handelt sich hierbei um die Weiterentwicklung des Open-Source-CMS Mambo und das CMS ist vor allem in den USA sehr beliebt. Es überzeugt mit einem vollständig objektorientierten Software-Design, das es den Usern ermöglicht, eigene Erweiterungen zu schreiben und auf Wunsch der Community zu teilen. Das CMS richtet sich sowohl an Einsteiger als auch Fortgeschrittene und ist mit einem Marktanteil von fast drei Prozent beliebt. In der Anwendung ist es anspruchsvoller als WordPress, jedoch werden bereits ohne Erweiterung umfangreiche CMS-Funktionalitäten bereitgestellt. Gerade bei größeren Projekten haben Rechteverwaltung und Freigabeprozesse Nachholbedarf. Zwar können mit Erweiterungen Abhilfe geschaffen werden, jedoch stehen diese nicht immer kostenlos zur Verfügung.

Drupal

Obgleich Drupal als studentische Community-Lösung konzipiert wurde und als Underdog unter den CMS ins Rennen ging, steht es heute als vollwertiges Open-Source-CMS zur Verfügung. Der Fokus bei diesem CMS liegt auf dem Social-Publishing und den Community-Projekten. Es ist bestens geeignet für kleine und mittlere Projekte. Das CMS bietet durch das flexible System eine perfekte Lösung für dynamische Plattformen, die auf User Generated Content setzen.

Das Content-Management System basiert auf einer offenen Plattform und bietet leistungsstarke Tools für die Erstellung von Inhalten. Die Software steht für hervorragende Sicherheit und überzeugt mit einer sehr schlanken Grundinstallation, die sich umfangreich erweitern lässt. Dies kann jedoch viele zusätzliche Installationen nach sich ziehen.

Getrieben durch Acquia, ein starkes Open-Source-Unternehmen, stellt Drupal sicher, dass es für die Herausforderungen der digitalen Welt auch im großen Stil gewappnet ist. Es bietet eine umfangreiche Auswahl an Modulen, Tools und Konfigurationen, die es Entwicklern ermöglicht, die Ladezeit der Drupal-Seiten stark zu verkürzen und Hunderte Sites von einer Plattform aus zu verwalten.  

Contao

Das CMS richtet seinen Fokus auf die Kompatibilität zu Webstandards und der barrierefreien Bereitstellung von Online-Inhalten in HTML5 und ist eine sehr benutzerfreundliche Content-Management-Lösung.  Es handelt sich um ein flexibles CMS, welches für Websites jeder Größe geeignet ist. Aufgrund der schlanken Software verfügt es bereits in der Grundkonfiguration über ein umfangreiches Funktionsspektrum und mit über 1.400 Erweiterungen erfreut es sich trotz vergleichsweise kleiner Community, in Deutschland immer wachsender Beliebtheit. In der Software ist eine leistungsfähige Systemarchitektur INTegriert, die bereits viele Funktionalitäten besitzt und sich durch Erweiterungen individuell anpassen lässt. INTranet-Lösungen, E-Commerce-Plattformen, Unternehmensportale oder Microsites lassen sich hiermit realisieren.

Neos

Mit der Vision, ein besonders nutzerfreundliches Content-Management-System auf den Markt zu bringen, wurde das CMS Neos ins Leben gerufen. Neben TYPO3 handelt es sich um ein Content-Management-System, das seinen Fokus auf Redakteure und Entwickler legt. Es ist eine sehr gute Lösung, wenn Sie Ihren Content mit Drittsystemen wie ERP, CRM oder Shops verknüpfen wollen. Eine Vielzahl an Mulit-Sites gehört zur Grundausstattung von Neos.

Der Erweiterung von Neos sind kaum Grenzen gesetzt. So ging beispielsweise der Neos Award 2018 an ein Projekt, das den Online-Inhalten eines Verlagskunden direkt aus Neos in eine druckfähige InDesign-Vorlage exportiert - inklusive spezieller Markups für die Druckvorstufe. Dadurch entfällt der Aufwand, Inhalte zweimal einzupflegen und zu überprüfen. Für Einsteiger und kleinere Projekte ist die Einarbeitungszeit in der Regel jedoch zu hoch.

Ein spannendes Content Management mit Zukunftspotenzial, welches jedoch derzeit noch sehr hohe Anforderungen an den Server stellt und deutlich mehr Ressourcen als herkömmliche Systeme benötigt.

Fazit:

Es gibt eine Unmenge an verschiedenen Content-Management-Systemen, die unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Die Lösung Ihres Projektes ist so spezifisch wie die CMS-Systeme selbst. Bevor Sie sich für ein CMS entscheiden, sollten Sie am besten die für Sie wichtigsten Punkte auflisten und diverse Content-Management-Systeme gegeneinander abwägen, damit Sie nach der richtigen Lösung Ihres Problems fündig werden. Damit sparen Sie sich bereits im Vorfeld die Kosten, die mit einem teuren Launch und Relaunch verbunden sind und finden die beste Lösung, um Ihrer Zielgruppe Ihre Inhalte präsentieren zu können.

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